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    The Answer, 10.04.07, Logo, Hamburg

     

    Die Antwort der neuen Goldenen Generation

    Manchmal glaubte man, die Reinkarnation vom jungen Joe Cocker stünde vor einem. Diese Zuckungen. Diese Inbrunst. Doch spätestens in dem Moment, in dem Cormac Neeson, Frontman der Rockband The Answer, mit dem Publikum redet, wird klar: der Mann ist Ire durch und durch und hat mit Cocker soviel zu tun wie Irland mit England.

    Seit Oktober 2006 wühlt die irische Band The Answer weltweit die Musikszene auf. Ihr Debutalbum ‘Rise’ landete auf Anhieb auf Platz 1 der englischen und US-amerikanischen Charts, seit Monaten sind sie auf Tour in Europa, Australien & den USA. Am 10. April machten sie Halt im erstaunlicherweise nicht ausverkauften Hamburger LOGO, übrigens zum dritten Mal in der Hansestadt innerhalb von rd. 6 Monaten.

    Eines ist vorwegzunehmen: wer bei diesem Gig nicht dabei war, hat die einmalige und glückliche Gelegenheit verpasst, die Band noch im kleinen Rahmen und mit nur rd. 200 bis 300 Fans zu erleben. Das roch förmlich nach großem Stadionrock. The Answer waren in absoluter Höchstform und machten Ihrem Status, Vorreiter der neuen “Golden Era” des Classic Rock zu sein, alle Ehre.

    Nach einem reichlich misslungenen Warm-Up des Support-Punkacts ‘The Heartbreak Motel’ starteten The Answer mit ‘Into The Gutter’ in einen erinnerungswürdigen Abend, der u.a.auch ein wenig Stagediving bot. Eine kleine Gruppe langhaariger Jungs, die die Zeit vor dem Gig dazu nutzte, die Effektpedalen mit großen Augen zu löchern, hatte sich aufgemacht, sich gegenseitig durch den Raum zu tragen. Neeson war sichtlich begeistert, lobte Hamburg und seine treuen Fans über den grünen Klee und spielte sogar zur Feier des Tages seine Mundharmonika, deren Spiel er sich auf den langen Reisen zwischen den Gigs in Australien beigebracht hatte. Und obwohl ihm seine Bandmitglieder immer wieder gerne attestieren, dass er nicht spielen kann, meisterte er seine Sache ziemlich gut.
    Das Konzert erreichte seinen Höhepunkt mit Preachin’, dem vorletzten Stück auf der grandiosen CD, um dann nach einer kurzen Verschnaufspause mit dem Aerosmith-Klassiker Sweet Emotions noch eins draufzusetzen. Am Ende waren es 14 Songs, rund 70 Minuten und ein Tinitus je Ohr, die The Answer brauchten, um jeden glückselig nach Hause zu schicken. Und sie gingen mit einem Stück Rockgeschichte, denn gemeinsam mit der US-Band Silvertide und Roadstar aus England sind The Answer eindeutig die Lieblingskinder einer neuen Goldenen Generation des Hard Rock.

    Was sich die Band allerdings dabei dachte, als Support The Heartbreak Motel auszusuchen, wird ein kleines Rätsel bleiben. Die Jungs aus Recklinghausen klingen im Studio zwar vielversprechend, doch besonders Frontman Michael Laur de Manos grub an diesem Abend derart tief in der Rockgesten-Kiste, dass man sich so manchesmal das Lachen nicht verkneifen konnte, wenn er zum 57. Male sein Mikro durch die Gegend warf oder von einer zur anderen Seite der sehr sehr engen Bühne turnte. Das hatte schon etwas leicht affektiert Groteskes. Man muss ihnen allerdings eines zu Gute halten: ihren Mut und ihre scheinbar endlose Begeisterung. Das hatte definitiv was. Das war, nein, das ist: Rock & Roll.