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    Paul Potts – One Chance CD review

     

    pottsAls Paul Potts im Mai 2007 England und etwas zeitverzögert den Planeten dank YouTube zu Tränen rührte, fanden viele, die sich den Ausschnitt seiner ersten Performance bei Britain’s Got Talent anschauten, plötzlich Gefallen an Oper. Ich saß damals völlig fassungslos vor dem kleinen YouTube-Clip und dachte nur eines: Ich muss diese CD haben! Ich werde ab sofort mehr Oper hören!

    Nun ist sie da. Und es wird offensichtlich, dass hier eine einmalige Chance verpasst wurde, einem großen Publikum nicht nur ein grossartiges Talent vorzustellen, sondern auch die klassische Oper an sich. Diese CD ist nichts weiter als eine lieblose Aneinanderreihung von größtenteils bekannten, mitunter bereits reichlich gemolkenen Standardwerken. Zweifellos meistert Potts seine Sache sehr gut, doch spätetens bei Time To Say Goodbye kommt der fade Beigeschmack des schnellen Geldes auf.

    So herzzerreißend die Geschichte von Paul Potts und seine Auftritte bei BGT auch sein mögen, hier ging es RCA (Sony/BMG) nur ums Business. Und das ist in Anbetracht dieses hervorragenden, feinfühligen Talentes eine glatte Schande. Hier wurde nicht nur Pionierarbeit verpasst, hier wurde auch ein weiterer Beweis dafür geliefert, dass sich die Majors das Verheizen von Talenten auf die Fahne geschrieben haben. Paul Potts wird ein Jahr in Ruhm & Geld verbringen, danach ist er wieder verschwunden. Wie schade.

    Die Süddeutsche Zeitung hat übrigens mit Paul Potts kurz telefoniert. Lesenwert und vielsagend.

     

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