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    Frisch ausgepackt: The Black Crowes – WARPAINT (Review)

     

    Zugegeben: Beim ersten Abspielen hat mich Warpaint nicht umgehauen. Als großer Anhänger von Alben wie Lions (2001) und By Your Side (1999) fehlt mir der Kick, kraftvolle Nummern wie Then She said My Name oder Lickin’ und Hymnen wie Soul Singin sind Fehlanzeige. Wer nun allerdings behauptet, die lange Pause seit Lions hätte den Krähen nicht gut getan, der hat wahrscheinlich nur die aktuellen, leicht gelangweilten Promoshots von Chris Robinson gesehen und täuscht sich damit gewaltig. Denn Crowes’ neue CD Warpaint klingt nach dem zweiten und dritten Abspielen alles andere als langweilig – sie ist vielmehr ein kleines Meisterwerk unter all den Rock-Alben der letzten Monate- ‘a little gem’ wie man in Amerika sagen würde. Ein Album, in das man sich hineinhören muss, um dessen volle Intensität und Spannweite zu erfassen. Ein Album, für das man sich unbedingt Zeit lassen sollte.
    Die Black Crowes sind erwachsener geworden, aber sie spielen immer noch gerne mit den Unzulänglichkeiten des Business und einer Zeit, in der Musik überall und zu jeder Zeit konsumiert werden kann. Das fängt mit dem angriffslustigen Albumtitel an, geht damit weiter, dass das Tracklisting auf der Außenverpackung fehlt – eigentlich eine glatte Schande, wenn’s nicht die Crowes wären – und hört damit auf, dass man sich als ersten Track Good Bye Daughters of the Revolution ausgesucht hat – nicht unbedingt ein Song, der aufgrund seiner anfänglichen Trägheit als Albumstarter geeignet ist. Doch wie viele Songs auf Warpaint, die zunächst etwas schwerfällig anfangen, explodiert im weiteren Verlauf auch Good Bye Daughters of the Revolution derart, dass man sich wünsche, der Song würde nie enden.
    Warpaint ist sicherlich nicht Crowes stärkstes Album, aber es reiht sich wunderbar ein zwischen solch großartigen Werke wie Amorica, By Your Side oder Shake Your Moneymaker. Hoffen wir, dass wir nicht wieder sieben jahre warten müssen bis zum nächsten Studioalbum.

     

    Video zu Goodbye Daughters of the Revolution auf Youtube.com

     

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